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Expertenbesuch im P-Seminar "Zeitungsjournalismus"

Der Landsberger Journalist Werner Lauff besuchte das P-Seminar "Zeitungsjournalismus" von Andreas Hollick und Carolin Fronius und gab den Schülerinnen und Schülern sehr anschaulich Einblick in seine Arbeit. In angeregter Gesprächsrunde verdeutlichte er ihnen, was guten Journalismus ausmacht und welche Möglichkeiten sich hier bieten. Auch die Rechte der Presse gegenüber Verwaltung und anderen Stellen, der Umgang mit Kommentaren bei einem Blog, das Urheberrecht sowie praktische Tipps zur Themenfindung und bei Schreibblokaden wurden ausführlich besprochen. Die Ratschläge des Experten motivierten und inspirierten die Teilnehmer, ihre eigenen journalistischen Versuche zu starten.

Zeitungjournalismus HP2.JPGDie Tische im Klassenzimmer sind bereits zu einem großen Redaktionstisch zusammengestellt und gespannt warten die Teilnehmer des Seminars „Zeitungsjournalismus“ auf den Gast, der den Journalismus unabhängig und frei ausübt und ihn so von seiner ganz eigenen Seite kennt: Werner Lauff. Über 1600 Blogeinträge sind in der Timeline seines Blogs und ein fester Leserkreis von bis zu 10000 Lesern erfreuen sich seiner Betrachtungen, Einschätzungen und Kommentierungen zu Landsberg und dessen Kommunalpolitik, die er erklärend, vermittelnd, streitend und engagiert den Lesern nahebringt. Diesem Landsbergblog (landsbergblog.info) hat sich Lauff nun schon seit 5 Jahren verschrieben, obwohl (oder gerade weil) Stadtratspolitik eine so schwere Thematik sei. So finden Bundesgesetze, Landesgesetze und Kommunalrecht in der Stadt ihre Anwendung. Hier komme ihm sein abgeschlossenes Jurastudium und seine Berufung als Journalist entgegen, indem es ihm so einfach leichter falle, sich in Gesetze einzulesen und auch mit Nachdruck zu recherchieren.
Doch auch er sitze oftmals Stunden an einem Blogbeitrag – angefangen bei einer Mindmap zur Strukturierung der Thematik bis hin zum Gegenlesen in der Endredaktion.
Ein Blog, so Lauff, bietet für ihn sehr viele Vorteile durch das sehr unkomplizierte und schnelle Veröffentlichen der Beiträge. Zudem kann er hierbei auch sehr frei arbeiten, muss sich nicht an Zeilenvorgaben halten und kann journalisitsche Formate beliebig einsetzen und ausprobieren.
Zeitungsjournalismus HP1.JPGViel Zeit nahm sich Werner Lauff, um auf die Fragen der Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmer einzugehen. Immer wieder wurde während des angeregten Gesprächs deutlich, welche Möglichkeiten guter Journalismus besitzt, wenn man die „Geschichten wirklich auserzählt“, indem etwa die Betroffenen einer Thematik benannt, die Folgen einer Entscheidung herausgearbeitet und die notwendigen Hintergründe recherchiert werden. Doch auch die Rechte der Presse gegenüber Verwaltung und anderen Stellen, der Umgang mit Kommentaren bei einem Blog und das Urheberrecht sowie praktische Tipps zur Themenfindung und bei Schreibblockaden wurden ausführlich besprochen.
Bei einer Frage winkte Werner Lauff jedoch sofort ab: Ob er nicht einmal selbst als Oberbürgermeister auf der anderen Seite stehen wolle? Er wisse aus seiner Arbeit nur allzu gut, wie viele Termine ein Bürgermeister zu absolvieren habe und welche Verantwortung als Behördenleiter auf ihm laste. Dies sei nur mit einem sehr hohen Einsatz und „einem Schlaf auf Knopfdruck“ zu bewältigen. Da bleibe er doch bei seiner Rolle als kritischer Begleiter der Kommunalpolitik. Und diese Aufgabe sei durchaus wichtig: Mit einem kritischen, fundierten Journalismus kann es durchaus gelingen, Vorbehalte in der Bevölkerung aufzugreifen und zur Sprache zu bringen und bei Entscheidungen zu kritisieren, zu erklären und zu vermitteln. So konnte in Landsberg an öffentlicher Entrüstung bereits „viel Luft aus dem Kessel genommen werden“.
Wir danken Werner Lauff ganz herzlich für diesen fundierten Einblick in seine Arbeit und wünschen ihm alles Gute für seinen „landsbergblog“. Dem Seminar „Zeitungsjournalismus“ bleibt ein großer Wissensinput, den Werner Lauff hinterlassen hat und viele Ideen, die nun in unseren Köpfen weiter gären, um dann in einem eigenen journalistischen Produkt verwirklicht zu werden.


 

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