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Wasserkraft und Ökologie

Exkursion der Klasse 9c zur Lechstaustufe bei Landsberg im Rahmen der Klimaschutzwoche

Im Rahmen der Klimaschutzwoche in Bayern nahmen am 18. Juli 2016 die Schülerinnen und Schüler der Klasse 9c in Begleitung von Frau Große und Herrn Englberger an einer Besichtigung des Wasserkraftwerks an der Lechstaustufe 15 bei Landsberg teil. Die Exkursion stand ganz unter dem Aspekt „Physik als Grundlage moderner Technik“, der für die Jahrgangsstufe 9 im Sprachlichen Gymnasium einen fachlichen Schwerpunkt des Schuljahres bildet. Darüber hinaus bot sich eine unmittelbare fächerübergreifende Verknüpfung zur Ökologie. Nur wenn wir uns bewusst werden, auf unsere Umwelt bedacht zu sein und sinnvoll mit den uns zur Verfügung stehenden Ressourcen umzugehen, wird der Menschheit die Vielfalt und Schönheit der Natur als Lebensgrundlage erhalten bleiben!
Vor diesem Hintergrund informierte sich die Klasse 9c über das Thema Wasserkraft unter der Führung von Herrn Sedlmeier. Er erklärte den Aufbau eines Lechkraftwerks und die Möglichkeit, auf diese Weise Strom zu erzeugen. Kernstück dieser Anlage bilden sechs Turbinen, die zusammen maximal 120 MW an Leistung liefern. Vom Forggensee stromabwärts sind entlang des Lechs in den 1940er Jahren eine Reihe baugleicher Wasserkraftwerke entstanden. Sie unterscheiden sich von den modernen Anlagen der heutigen Zeit hauptsächlich in der Führung des Überlaufwassers. Während bei neueren Kraftwerken dieses seitlich am Werk vorbeigeleitet wird, kann durch Herablassen einer Absperrung das Lechwasser über das Kraftwerk fließen. Von oben betrachtet und auch aufgrund der Dachbegrünung der Nebengebäude erinnert somit nichts mehr an ein Wasserkraftwerk, was einen deutlichen Hinweis auf die Entstehungsgeschichte liefert.
Die Schülerinnen und Schüler der 9c waren vor allem beeindruckt von der Lautstärke der Turbinen im Inneren des Werkes. Selbst mit Mikrofon konnte man Herrn Sedlmeier bei seinen Ausführungen akustisch nur mit Mühe verstehen. Besonders spannend war die Möglichkeit, durch das Wasserkraftwerk hindurchlaufen zu können, so dass man auf der anderen Seite wieder ans Tageslicht kam. Selbstverständlich durften eigens bereitgelegte Sicherheitshelme zum Schutz nicht fehlen!
Im Zuge der Besichtigungstour konnten die Jugendlichen die Instanthaltung der Anlage beobachten. Dabei wurden aus dem aufgestauten Wasser, welches den zugehörigen Lechstausee bildet, abgestorbene Pflanzenreste und Wasserpest entfernt. Dass dabei stets mit äußerster Sorgfalt und Konzentration gearbeitet werden muss, um Unfälle zu vermeiden, war den Schülerinnen und Schülern schnell klar.
Durch seine idyllische Lage lädt der zugehörige Lechstausee zum Baden ein. Herr Sedlmeier wies aber eindringlich auf die Gefährlichkeit eines solchen Vorhabens hin. Nicht selten unterschätzt manch einer in diesem Zusammenhang doch die Kräfte der Strudel, die das Wasser am Werk bildet.
Eine letzte Frage beschäftigte sich noch mit dem Fischbestand des Lechs. Durch die Erbauung der Lechkraftwerke war es für viele Arten nicht mehr möglich, Lebensräume zu besiedeln oder neue zu erschließen. Es wurde aber versichert, dass in absehbarer Zeit mit dem Bau einer Fischtreppe begonnen werde, um so die Artenvielfalt der Lebewesen im Lech wieder deutlich zu erhöhen.
 

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