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Die Lechphilharmonie lässt grüßen

Um die 140 Schülerinnen und Schüler in sieben Ensembles präsentierten am Donnerstag vor den Ferien ihr Sommerkonzert in der Schulaula des Ignaz-Kögler-Gymnasiums. Ein beschwingter Jahresabschluss.

Da, wo einerseits darüber diskutiert wird, ob eine „Lechphilharmonie“ in Landsberg nötig ist, wird sie andernorts schon längst praktiziert: Um die 140 Schülerinnen und Schüler in sieben Ensembles präsentierten ihr Sommerkonzert in der Schulaula des Ignaz-Kögler-Gymnasiums.

Den Anfang machte auch heuer wieder Marianne Lösch mit ihrem Vororchester. Mit einem klassischen „Zigeunertanz“ und „Hey Brother“ von Avicii eröffnete das Ensemble begeisternd das Konzert. Es folgte der Unterstufenchor von Agnes Flatz, der zwei moderne Stücke, nämlich das zweistimmige „Nothing Else Matters“ der Gruppe Metallica und sommerlich beschwingte „Summer Loving“ aus dem Musical Grease. Den Strom und das „Metall“ lieferten dazu die beiden Lehrerkollegen Tobias Katzenschwanz und der aus dem Dienst scheidende Bernhard Engelberger an E-Gitarre und E-Bass. Sommerkonzert 2018 HP1.JPGEine kleine Besonderheit bot sich bei der anschließenden Vereinigung der beiden Gruppen unter Marianne Lösch bei „Samba Life“, einem Bodypercussion-Stück von Eckhard Kopetzki: Wie ein Zwanzig-Personen-Schlagzeug erzeugten die Schüler polyphone Rhythmusstrukturen, u. a. durch Stampfen, Klatschen und Patschen, sogar die Notenständer bekamen diesmal eine klingende Aufgabe.

Der Große Chor des IKG unter der bewährten Leitung von Agnes Flatz intonierte sicher und v. a. sauber. Am Anfang stand das ruhige, durch ein Indianerlied inspirierte „Evening Rise“ von Christian Bollmann aus dem liturgischen Oratorium „Spirit Come“, dem Friedrich Silchers Satz einer Volksliedmelodie von „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten“ folgte. Diese berichtet von der durch die beiden Dichter Achim von Arnim und Clemens Brentano geschaffenen Figur der Loreley, die durch ihren Gesang die Schiffer am Rhein betörte und so die Schiffe zum Kentern brachte. Durch den Gesang eines Fremden wurde auch das lyrische Ich einer ihm zuhörenden Dame in „Killing Me Softly“ betört. Leidenschaftlich trug der Chor dieses Stück, genauso wie das abschließende „Sanctuary“ vor, bei dem sogar das Publikum ein Verslein beitragen durfte.Sommerkonzert 2018 HP4.JPG
Nicht nur für die Ohren, sondern auch für die Augen war die seit zwei Jahren existierende Popmusik-Werkstatt von Martin Heller da: Neben den beiden musizierten Titeln von „Money, Money, Money“ (ABBA) und „Wannabe“ (Spice Girls) zeigten die jungen Musikerinnen und Musiker auch ihre Tanzkünste, die sie in Form von selbst entwickelten Choreographien auf die neue Bühne in der Aula zauberten. Nun folgte eine Premiere: Ehemalige, Schüler, Eltern und Lehrer fanden sich im sogenannten ESEL-Orchester zusammen und gaben den dritten Satz aus Mozarts „Eine kleine Nachtmusik“ zum Besten, das nach nur zwei Proben sehr schön aufgeführt wurde.

Sommerkonzert 2018 HP2.JPGMonumental – genauso wie der Film – hörte sich die Musik zum Klassiker „Ben Hur“ an. Das Große Orchester mit über 40 Mitwirkenden unter dem Dirigat von Martin Heller – er leitete auch die letzten drei auftretenden Ensembles – zeigte in dieser Zusammenfassung seine klangliche Vielfalt von der Piccoloflöte bis zu Tuba und Gong. Nach dem langsamen „The Last Rose Of Summer“ wurden alle aus dem Orchester scheidenden Abiturienten mit einer Rose bedacht, bevor es zum einerseits hitzig schnellen, aber auch gefühlvoll gespielten „Russian Gipsy Song“ kam, bei dem am Ende sogar der Taktstock davon flog. Nastrovje – zum Wohl: zum Abschluss musste auch wieder das Publikum ran, das bei der Musik zu „Die Brücke am Kwai“ mitpfiff und –sang.Schulkonzert 2018 HP5.JPG
Nach beinahe zwei Stunden – draußen fielen die Temperaturen, drinnen stiegen sie – kam dann endlich noch die Big Band und heizte zusätzlich ein: Kraftvoll-kämpferisch hörte sich auch gleich das durch die Rocky-Filme bekannte „Gonna Fly Now“ an. Wem es immer noch zu kalt war, dem war spätestens bei „Set Fire To The Rain“ heiß geworden. Mit wuchtiger Stimme, wie ihr Vorbild Adele, trug Helena Dyck den Titel bezaubernd gut vor, an den sich gleich wieder das temporeiche „Hawaii Five O“ anschloss. Nach dem „Hallelujah, I Love Him So“, das Sonja Widmann mitreißend sang, verließ ein sichtlich beschwingtes Publikum die Schulaula.

Und auch, wenn das Gebäude noch nicht steht: das musische Potential in Landsberg gibt es längst schon.

 

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