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Sprachkünstler im Klassenzimmer

Poetry-Slam-Workshop mit den Profis Alex Burkhard und Dominik Erhard im Deutschunterricht der Einführungsklasse

Was wäre, wenn der Fußboden aus Erdbeermarmelade bestünde und Schüler mit übergroßen Pilzen statt Schulranzen in die Schule trotteten? Auf alle Fälle ein geeigneter Schreibanlass, um einen Text auf die Bühne zu bringen, wie die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10f bei ihrem Workshop mit den erfolgreichen Poetry-Slammern Alex Burkhard und Dominik Erhard im Rahmen der „LEW-Bildungsinitiative“ erfahren durften.

Alex Burkhard, Münchens Stadtmeister und erfolgreicher Teilnehmer mehrerer überregionaler Wettbewerbe im Poetry Slam, und Dominik Erhard, bayrischer U20-Poetry-Slam-Meister brachten einen Schulvormittag ihr Wissen und Können ein, um die 24 Schülerinnen und Schüler zu motivieren, selbst Texte zu verfassen und ohne Scheu, aber mit Selbstvertrauen vorzutragen. Nach einer Theorieschulung und einer kleinen Kostprobe ihres Könnens erarbeiteten die beiden mehrere Grundvoraussetzungen für den ersten eigenen Poetry-Slam.

Erste Voraussetzung: Ernst bleiben und nicht zu Lachen beginnen!

"Versuche", so Dominik Erhards Anweisung, "ernst zu bleiben, wenn dein Gegenüber dir mit Tränen in den Augen erzählt, dass sein Frosch krank ist, denn dieser hat „Bibsch“! Erkundige dich nach dessen Wohlergehen." Wie soll das gelingen, wenn man in der Folge erfährt, dass der Frosch schon Katzen angesteckt habe, weiße Punkte im Gesicht trage und „Bibsch“ auch noch ansteckend sei...?

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Zweite Voraussetzung: Finde Deinen Ton und sprich deutlich!

Nachdem alle Workshop-Teilnehmer durch das Klassenzimmer gelaufen sind und ihren persönlichen Sprechton murmelnd gefunden haben, werden sie aufgefordert, ihr Frühstück zu nennen – der eigene Zeigefinger zwischen den Lippen sorgt dafür, dass keine Silbe mehr vernuschelt werden kann. Nun gilt es nur noch, sich vorzustellen, man grabe sich mit den Füßen auf der Bühne ein, sodass man mit den Füßen fest am Boden verwurzelt sei. Nur wer sicher steht, signalisiert auch dem Publikum, dass er etwas Wichtiges vortragen möchte.Poetry Slam 2_HP.jpg

Dritte Voraussetzung: Finde Dein Thema!

Wieder hilft den 16- bis 18-jährigen Schülern eine Übung: Gegenstände, die man im Klassenzimmer sehen kann, sollen mit anderen Begriffen bezeichnet werden: Der Schulranzen wird zum Pilz, der Fußboden zur Erdbeermarmelade und der Tisch zur Menschenwürde. Anschließend ist jeder einzelne gefordert, ein Gedicht zu seinem Lieblingsding in der neuen Begrifflichkeit zu verfassen. Unmöglich? Keineswegs: „Lieber Pilz, du könntest so vieles sein / und bist doch nur ein Schulranzen...“ beginnt schon bald jemand auf einen der Blöcke zu schreiben. Die Angst vor dem leeren Blatt ist schnell überwunden und erste Ideen aufgeschrieben.

Vierte Voraussetzung: Strukturiere Deinen TextPoetry Slam 1_HP.jpg

Mithilfe von Clustern entstehen nun wahre Textwolken an Ideen, Zusammenhängen und Assoziationen. Eine wahre Fundgrube für die Fortführung, Erweiterung und Struktur der ersten Ideen. Nun nur noch ausformulieren und am Vortrag feilen und dann steht auch dem ersten eigenen Poetry-Slam nichts mehr im Weg.

Nach nur dreieinhalb Stunden haben es Alex Burkhard und Dominik Erhard geschafft, unsere Schülerinnen und Schüler der Einführungsklasse vom Poetry-Slam-Fieber anzustecken und nebenbei noch ganz Grundlegendes vermittelt, etwa wie man eine Idee interessant an den Zuhörer bringt, Texte passend zum Thema vorträgt, seinen eigenen Stil einbringt und selbstbewusst sich nicht aus dem Konzept bringen lässt.

Vielen Dank an die engagierten Profis Alex Burkhard und Dominik Erhard für ihre mitreißende Art und an die LEW-Bildungsinitiative, die diese Veranstaltung finanziell ermöglicht hat.
 

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