Mister X auf dem Filmfestival
Eindrücke der IKG-Fimgruppe von den 34. Filmtagen Bayerischer Schulen in Gerbrunn vom 14. bis 16. Oktober 2011
Man traut seinen Augen nicht: Sollen da etwa alte Leute im Rollstuhl durch die Waschgarage gefahren werden?! Die Mitglieder der IKG-Film-AG starren gebannt auf die Leinwand, als die Produktion "Schnellwaschgang" gezeigt wird. Mit dunklem Humor wird hier die zunehmende Technisierung und der Personalmangel in der Altenpflege karikiert. Die zuständige Filmgruppe aus Nördlingen beruhigt jedoch in der anschließenden Besprechung die Anwesenden: Was hier so schockierend ausgesehen habe, habe in Wirklichkeit ihren "Schauspielern" großen Spaß gemacht und es sei daher auch gar nicht so einfach gewesen, die Bewohner des Altenheims dazu zu bringen, immer ernst und ängstlich dreinzuschauen.
Noch eine ganze Reihe anderer Filme werden gesehen und eingehend besprochen bei diesen 34. Filmtagen Bayerischer Schulen im unterfränkischen Gerbrunn bei Würzburg, zu denen auch Vertreter der IKG-Film-AG eingeladen worden sind. Hier dürfen sie ihren Film "Wo ist Mister X ? Die Bruno-Geinzer-Story" vorführen und einem fachkundigen Publikum zur Diskussion stellen.
Mr. X - war das nicht der Mann, der bei der Volkszählung 2010 in Randsberg vergessen worden ist? Nicht wahr, das ist der Ort, an dem das Ingbert-Kübler-Gymnasium beheimatet ist, oder? Wer die Filmvorführung im Landsberger Stadttheater gesehen hat, der wird sich vielleicht noch an die im wahrsten Sinne des Wortes Pleite des Senders RR-TV (Randsberg Regional TV) erinnern angesichts der erfolglosen Suche nach Bruno Geinzer, dem mutmaßlichen Mister X ...
Zwar konnten die jungen IKG-Filmemacher dieses Mal noch keinen Publikumspreis erzielen, aber sie waren dennoch begeistert von der ganzen Festival-Atmosphäre. Zahlreiche Workshops luden dazu ein, noch eine ganze Menge über das Filmemachen zu lernen: Da gab es Szenenübungen anhand von Drehbüchern, ein Gesprächsführungsseminar unter dem provokanten Titel "Kommunikation ist Manipulation", man konnte sich Gedanken über die Gestaltung von Trickfilmen oder die Wirkung von Filmmusik machen, und renommierte Kamaraleute wie Ludolph Weyer ("Die Manns - ein Jahrhundertroman") führten professionell in die Kameraarbeit ein. So lernten die IKG-Schülerinnen und Schüler bei intensiven Gesprächen und Diskussionen auch viele interessante Menschen kennen.
Kein Wunder, dass man bei diesem dicht gedrängten Programm erst nach Mitternacht im Schlafsack auf der Isomatte in einem Klassenraum der Gerbrunner Volksschule sein provisorisches Schlaflager fand, um sich gleich am nächsten Morgen um acht Uhr mit dem Frühstück für einen neuen Tag voller Eindrücke zu stärken. Unglaublich, dass einige da sogar noch das Angebot wahrnahmen und vor dem Frühstück im schuleigenen Ozonhallenbad ein paar Runden schwammen! Wer sich dazu nicht aufraffen konnte, der hatte allerdings auch noch am Samstagabend bei der Poolparty Gelegenheit, vergnügliche Bekanntschaft mit dem kühlen Nass zu machen. Überhaupt: allein für das Rahmenprogramm hätte man sich schon aufspalten müssen, wenn man es denn hätte voll ausschöpfen wollen. Alle an der Organisation der Filmtage Beteiligten hatten sich große Mühe gegeben, das Schul-Filmfest zu einem echten "Event" für die über 200 angereisten Schülerinnen und Schüler, deren Betreuer und die Mitglieder der Jury werden zu lassen.
Am Ende fuhren die Mitglieder der IKG-Film-AG mit ihrem äußerst engagierten Betreuer, Herrn Michalski, erschöpft, aber voller neuer Ideen und Anregungen für ihre eigene Filmarbeit zurück nach Landsberg. Darin waren sich alle einig: "In diesem Schuljahr wollen wir unbedingt wieder einen Film drehen, mit dem wir das IKG auch bei den 35. Filmtagen Bayerischer Schulen vertreten können."

